Hi Christian,
Ich finde Deine lange Ausführung top, je mehr man zur Problematik erfährt, umso besser kann man den Fehler einkreisen.
Nur als Anmerkung:
Es kam bei mir schon unzählige Male vor, dass ich kontaktiert wurde oder die Leute an meiner Garage geklingelt haben, weil vermeintlich Probleme an der Zündanlage oder am Vergaser etc. vorlagen.
Oft genug hat sich herausgestellt, dass am Ende der Fehler an den Basics lag:
- Kompression messen, ggf. Ventile einstellen, wieder messen, Zündung prüfen, ggf. einstellen, Frühzündungsverstellung prüfen, Dichtigkeit prüfen, Unterdruckschläuche, Falschluft ausschließen usw.
Ich will damit nicht von der Thematik abschweifen, zumal ich davon ausgehe dass bei dir tatsächlich ein Problem beim Vergaser und/oder Zündanlage vorliegt. Voraussetzung wäre für mich dann immer, dass die beschriebenen Basics geprüft wurden und in dem Bereich alles in Ordnung ist.
Was ist bei Dir denn verbaut? 32er EEIT mit elektrischer Starterklappenverstellung?
Wo hast du am Vergaser gedreht bzw welche Einstellung hast Du gewählt für die Gemischregulierschrauben bzw. Zusatzgemischregulierschraube?
Du beschreibst, dass sich bei deiner Einstellung überhaupt nichts getan hat, das ist schon etwas ungewöhnlich und würde für mich für eine falsche Grundeinstellung sprechen.
Da er sonst ja anscheinend absolut zufriedenstellend läuft, kann es sich natürlich auch um eine Kleinigkeit handeln.
Poröse O-Ringe, ausgehärtete Membranen und oft genug auch zugesetzte Kanäle der Leerlaufdüsen beeinflussen den Motorlauf.
Ich würde, wenn die Basics soweit passen, notieren, wie die gemischbildenden Schrauben momentan eingestellt sind, sämtliche O- Ringe auf Verschleiß und Aushärtung prüfen sowie die Leerlaufdüsen ausschrauben, um die Kanäle beispielsweise mit Bremsenreiniger und/oder Druckluft (vorsichtig) spülen.
Die Grundeinstellung wurde hier im Forum schon oft angesprochen, das wird über die Suche schnell zu finden sein.
Sollte sich nach diesen Arbeiten nichts geändert/verbessert haben, würde ich den Vergaser im Ultraschallbad reinigen, um auch kleinste Zusetzungen in den Kanälen effektiv zu entfernen und dann einen komplett neuen Dichtsatz inklusive Membranen und O-Ringen verbauen.
Ich habe hier auf diese Weise schon einige Vergaser (auch von Fremdfabrikaten und von meinen Guzzis) wieder einwandfrei ans Laufen gebracht. Gerade mit einem vernünftigen Ultraschallbad lassen sich da sehr gute Erfolge erzielen.
Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viel Dreck und Verunreinigungen selbst bei vorher in Waschbenzin gespülten oder auf andere Weise zerlegten und gereinigten Vergasern noch im Ultraschallbad gelöst wird.
Mit ein bisschen Glück sind es vielleicht wirklich nur die Kanäle der Leerlaufdüsen oder ein poröser O- Ring bzw. eine nicht optimale Grundeinstellung...
Gruß, Hauke