Probleme Motorlauf beim Escort MK IV, KE- Jetronic, Mengenteiler

  • Hallo zusammen,



    Nachdem ich hier seit Längerem leider zum passiven Mitleser mutiert bin, da keines meiner Capri- Projekte bisher fertiggestellt ist, sollte mein erstes aktuelles Thema eigentlich „Capri 3 GT- Fertigstellung nach soundsoviel Jahren“ lauten…

    Wie das Leben so spielt, gab es neben meinen Capri‘s, Guzzi‘s, dem Hauskauf und der Renovierung, einer Menge Arbeit und viel zu wenig Zeit für meine Hobbys eine Zeit der Krankheit und dann noch einen weiteren Bandscheibenvorfall, der mir auch jetzt noch stark zu schaffen macht.


    Dennoch geht es langsam vorwärts, bis auf ein Problem mit meinem Escort, den ich seit 3 Jahren besitze und der nun (fürs Erste- der Capri ist wichtiger) fertiggestellt ist und mit H- Kennzeichen in der Garage steht.



    Eigentlich wollte ich das Thema Escort gar nicht hier ansprechen:nono:


    Da sich aber leider immer wieder herausstellt, dass man in vielen anderen Foren heutzutage nicht mehr auf Menschen mit Fachkenntnis trifft, sondern eher Beschimpfungen, Besserwisserei und Grundsatzdiskussionen an der Tagesordnung stehen, freue ich mich hier auf jegliche Tipps/ Meinungen und Empfehlungen zum Thema.


    Und da es hier im Forum ja schon so einige sehr interessante Beiträge und Spezis betreffend der K- Jetronic gibt, habe ich jetzt die große Hoffnung, dass Ihr ein Herz für mein KE- Jetronic- Problem habt und diesen Thread mit Leben füllt, damit mein kleiner Escort wieder gut läuft und Spaß macht…:hail:





    Zum Auto:


    Escort MK 4, Limousine, EZ 1990, 1,6L CVH 66KW / 90PS, Kat, KE- Jetronic


    - Gekauft vor ca. 3 Jahren, lt. Vorbesitzer war auf der letzten Fahrt die Motortemperatur plötzlich zu hoch mit Kühlwasserverlust, seitdem wurde er nicht mehr gefahren


    - Abholung mit Trailer, zuhause Startversuch, er sprang sofort an und lief (im Stand) augenscheinlich ganz gut. Keine Probefahrt unternommen


    Danach habe ich den Essi teilrestauriert (aus „den mach ich in 2 Monaten fertig“ sind dann fast 3 Jahre geworden…) und, nachdem er rostfrei, hohlraumkonserviert und viele Teile erneuert/ überholt und verbessert worden sind, wieder zusammengebaut.




    Zum Problem:



    Bei konstanter Gaspedalstellung „ruckelt“ der Motor, je kleiner der Gang, desto mehr merkt man es. Es ist schwer zu beschreiben, der Motor läuft nicht gleichmäßig, eher so, als wenn jemand im Motorraum zitterig an der Drosselklappe oder der Stauscheibe wackelt…

    Man könnte es auch als „Magerruckeln“ oder „Konstantfahrruckeln“ bezeichnen.


    Im kalten Zustand merke ich es „gefühlt“ minimal weniger, kann aber auch täuschen/ Einbildung sein, im betriebswarmen Zustand nervt es auf jeden Fall deutlich.


    Das Problem besteht am Deutlichsten ab Leerlauf bis ca. 3000 U/min, was nicht heißt, dass es darüber weg ist, ich denke das täuscht nur aufgrund der höheren Drehzahl.

    Genau wie der eingelegte Gang, im 2. Gang bei 30 km/h merkt man es eher als im 5. Gang bei 70 km/h, was m. M. n. wohl eher mit dem Windwiderstand und der Last am Antrieb zu tun hat.

    Das Ruckeln ist nach meinem Empfinden ständig vorhanden, je kleiner der Gang und je niedriger die Drehzahl, umso stärker merkt man es.


    Weiterhin dreht der Motor, wenn ich aus dem Motorraum her im Stand Gas gebe, etwas „mühsam“ hoch, jedenfalls nicht so schön, wie ich es erhofft hätte (als wenn die Zündung viel zu spät steht, was aber nicht der Fall ist)



    Zusätzlich gibt es ein zweites (kleines) Problem:


    Wenn ich aus dem Teillastbereich Vollgas gebe, braucht der Motor eine „halbe Gedenksekunde“ und zieht dann „sauber“ (nach meinem Empfinden, kann täuschen) hoch, ebenso tritt diese halbe Gedenksekunde beim kompletten Gaswegnehmen auf. Es fühlt sich in diesen 2 Zuständen an, als wenn der Motor um diese halbe Sekunde verzögert reagiert. Beim langsamen Gas geben oder Gaswegnehmen ist dieses Problem nicht vorhanden.


    Je kleiner die Drehzahl/ der Gang, umso mehr spürt man dies.




    Vor Bekanntwerden des Problems habe ich im Zuge der Restauration u. a. Folgendes am Antrieb gemacht:


    - Motorblock: lediglich Kolbenböden gereinigt und Zylinder sichtgeprüft, an den Zylinderwandungen sind noch Hohnspuren zu sehen, keine Riefen etc.


    - Zylinderkopf überholt, neue Auslassventile eingeschliffen, Kopfdichtung, Ventilschaftdichtungen sowie Dichtungen Ansaugbrücke und Auslass neu


    - Ölwechsel, Öldruckschalter, Luftfilter K&N (originale Form in Original Luftfilterkasten), Kraftstofffilter neu, sämtliche Schläuche (Druck/ Unterdruck) sichtgeprüft/ teilweise ausgetauscht, Verteilerkappe/-finger sowie alle Zündkabel und Kerzen neu (vorerst Beru- Kerzen)


    - Mengenteiler äußerlich gereinigt (von oben und unten), Stauscheibe hebt/ senkt sich gleichmäßig/ spielfrei


    - Kraftstoffpumpe (orig. Bosch) Halterung, Gummilager, elektr. Anschlüsse überholt, Pumpe sowie Pulsationsdämpfer wurden nicht getauscht





    Der Motor (Km- Stand ca. 149tsd Km, glaubhaft, teilw. nachvollziehbar) hat gleichmäßige Kompression, springt sofort an, sowohl im kalten als auch im warmen Zustand.

    Kaltstart 1050 U/min, sobald er warm ist, ca. 950 U/min.

    Kerzenbild rehbraun mit minimaler Tendenz zu „mager“, keinesfalls zu fett.


    Sehr sehr selten (4-6 x bei ca. 15 Fahrten und insgesamt 350 km Fahrtstecke) geht der Motor beim plötzlichen Kupplungstreten aus mittlerer Drehzahl (über 3000 U/min) aus, springt danach sofort wieder an und hält das Standgas.


    Allerdings kommt es öfter vor, dass die Drehzahl beim Kupplungstreten erst sehr stark absinkt um sich nach 1 Sekunde wieder auf konstante 950 U/min einzupegeln.





    Seit Bekanntwerden des Problems sowie der ersten Probefahrten habe ich folgendes gemacht:



    - Verteiler getauscht (da O-Ring undicht, Ölaustritt Richtung Verteilerkappe) gegen einen Verteiler in fast neuwertigem Zustand (identische Bosch- Nummer). ZZP ist ok lt. Markierung auf Verteiler und anschließendem Abblitzen)

    - Zündspule getauscht und wieder zurückgetauscht, da Probleme weiterhin bestanden

    - Kerzen getauscht (vorher Beru, jetzt original Motorcraft AGP22)


    - ich musste den originalen KAT ausbauen, nicht aus jugendlichem Leichtsinn, sondern, weil der Kat in seinem Gehäuse wie verrückt am Klappern war. Somit habe ich das Katgehäuse aufgetrennt, den Kat (der nur noch in mehreren Bruchstücken vorhanden war) herausgenommen und wieder dichtgeschweißt.


    - Zusatzluftschieber geprüft:

    Ausgebaut, öffnet und schließt, Spannung liegt nach Motorstart an, beim Schlauchabziehen und Dichthalten sinkt die Drehzahl von 1000 U/min auf 700 U/min.


    Ein Blindschließen bei warmem Motor bewirkt absolut nichts, was den Motorlauf und die Probleme angeht. Allerdings ist es auch bei warmem Motor möglich, etwas Luft durch den Zusatzluftschieber zu pusten und zu saugen, vielleicht gewollt/ Fertigungstoleranz/ Alter? Da aber das Blindschließen keine Änderung gebracht hat, gehe ich von ordnungsgemäßer Funktion aus.


    - Kaltstartventil geprüft, spritzt wie im Handbuch beschrieben, tropft nicht nach, gutes Spritzbild


    - Einspritzdüsen getauscht gegen 4 Neue (wieder original Bosch)


    - Gemisch- Schraube am Mengenteiler ¼ Umdrehung nach rechts gedreht (fetter), Standgas sofort merklich höher (ca. 50-100 U/min), im Fahrbetrieb absolut keine Verbesserung/ Änderung, somit wieder zurückgedreht


    - Stauscheibenstellung sowie Leichtgängigkeit geprüft (hierzu folgt noch ein separates Foto, grundsätzlich macht das Alles einen guten Eindruck





    Was noch ansteht:



    - Tausch der Hydros, da sie nach meinem Empfinden zu sehr klappern, und falls dem doch nicht so ist, für das gute Gewissen






    Da ich bisher leider keine Erfahrungen in Sachen Mengenteiler- Zerlegung, überprüfen von Drücken etc. habe, und weiterhin nicht am Ende noch etwas verschlimmern möchte, bleiben für mich jetzt nur noch folgende Optionen:



    - Mengenteiler- Austausch gegen guten Gebrauchten (nicht vorhanden, kostet ca. 100- 200 Euro je nach Zustand), ohne Gewissheit, dass der Gebrauchte nicht schlechter ist/ überhaupt funktioniert…. dafür aber die Option, dann einen von beiden zerlegen zu können und trotzdem einen in Reserve zu haben


    - Mengenteiler prüfen und ggf. überholen lassen (habe einige Anbieter gefunden aber keine persönliche Erfahrung mit den Anbietern und deren Arbeit)


    - Geprüften und überholten Mengenteiler kaufen (gibt’s z.B. in der Bucht ab ca. 500 Euronen, Alt- Teil muss im Austausch abgegeben werden)





    Bevor ich eine der Optionen wahrnehme, freue ich mich über Eure Meinungen dazu.


    Es würde mich sehr freuen, wenn mir jemand weiterhelfen könnte.:car2:






    Vielen Dank all Denen, die sich den nun doch etwas langen Beitrag durchgelesen haben:thumbup:




    Schöne Grüße und einen schönen 3. Advent,




    Hauke


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    81er GT, 2L OHC, Lackiervorbereitungen
    77er Ghia, 2,0 L V6, grünmetallic, wird neu aufgebaut
    71 er 2300GT, nächstes Projekt nach dem 77er GHIA, startet im Herbst 2035... :)

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